Öffentliche Sicherheit: Warum Angst und Kriminalität oft nicht zusammenpassen
Nurten HarloffÖffentliche Sicherheit: Warum Angst und Kriminalität oft nicht zusammenpassen
Die Sorge um die öffentliche Sicherheit bleibt hoch – besonders nachts und in bestimmten städtischen Gebieten. Neue Daten aus dem Jahr 2024 zeigen, dass fast drei von zehn Gewaltdelikten im öffentlichen Raum verübt werden. Doch die Orte, an denen sich die Menschen am unsichersten fühlen, decken sich nicht immer mit den Schwerpunkten der Kriminalität.
Städte sind deutlich stärker von Kriminalität betroffen als ländliche Regionen. Junge Menschen, insbesondere junge Männer, tauchen in der Kriminalstatistik häufig auf – sowohl als Täter als auch als Opfer. Die gemeldeten und nicht gemeldeten Zahlen belegen, dass sie einem höheren Risiko ausgesetzt sind, Opfer von Straftaten zu werden, als ältere Altersgruppen.
Bestimmte Orte, die als Angsträume bekannt sind, lösen bei Menschen ein Gefühl der Unsicherheit aus – sei es durch bauliche Vernachlässigung oder soziale Unordnung. Diese Gebiete stimmen jedoch nicht immer mit den tatsächlichen Kriminalitätsschwerpunkten überein. Bahnhofsareale bilden hier eine Ausnahme: Hier decken sich subjektive Ängste und reale Kriminalitätsraten weitgehend.
Die Angst vor Kriminalität steigt besonders, wenn Menschen nach Einbruch der Dunkelheit allein unterwegs sind. Frauen sind dabei einem besonders hohen Risiko durch Partnerschaftsgewalt und sexualisierte Gewalt ausgesetzt. Doch die Wahrnehmung von Gefahr erstreckt sich oft über die statistisch riskantesten Orte hinaus.
Die Kluft zwischen wahrgenommenen und tatsächlichen Kriminalitätsrisiken verdeutlicht die Komplexität der öffentlichen Sicherheit. Während junge Männer die Täterstatistiken dominieren, sind Frauen besonders anfällig für bestimmte Formen von Gewalt. Ein besseres Verständnis dieser Muster könnte helfen, wirksamere Maßnahmen zur Kriminalprävention und Unterstützung zu entwickeln.






