11 April 2026, 08:31

Reform der Regionalliga spaltet Vereine: Warum der Streit um Aufstieg und Fairness eskaliert

Alte Deutschlandkarte, die die Provinzen Bayern, Baden-Württemberg und Baden zeigt, auf Papier gedruckt mit Text, der die Regionen beschreibt.

Reform der Regionalliga spaltet Vereine: Warum der Streit um Aufstieg und Fairness eskaliert

Streit um Reform der Regionalliga: Zankapfel zwischen Vereinen und Funktionären

Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System hat eine hitzige Debatte unter Vereinen und Verantwortlichen ausgelöst. Die hinter den Änderungen stehende Arbeitsgruppe schlug eine Vier-Ligen-Struktur vor, die allen Meistern den Aufstieg garantieren soll – doch Kritiker halten den Entwurf für tiefgreifend fehlerhaft. Zwei konkurrierende Modelle spalten nun die Meinungen, wobei sich viele Vereine für einen alternativen Ansatz starkmachen.

Die Arbeitsgruppe hatte zunächst ein regionales Modell empfohlen, das die Staffeln Nord, Nordost und Bayern zu zwei Ligen zusammenlegen würde. Die West- und Südwest-Staffeln sollten dagegen unverändert bleiben. Dieser Vorschlag stieß jedoch bei Vereinen und Verbänden auf sofortige Ablehnung.

Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), bezeichnete das regionale Modell als "völlig realitätsfremd". Er argumentierte, es bestrafe Vereine ungerechtfertigt für geäußerte Bedenken und behandle nicht alle Teams gleich. Winkler wirbt stattdessen für das sogenannte Kompassmodell, das die vier Staffeln jedes Jahr nach Reiseentfernungen neu ordnet. Seinem Standpunkt nach garantiert dieser Ansatz Fairness und verhindert die Auflösung des NOFV.

Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, lehnte das regionale Modell als "schlechten Scherz" ab. Er kritisierte die zuständigen Gremien für wiederholte Fehleinschätzungen bei der Reform. Tommy Haeder, Sprecher der Kampagne "Aufstiegsreform 2025", teilte diese Bedenken. Er bezeichnete den Regionalvorschlag als politische Entscheidung, die den deutschen Fußball zu spalten drohe, statt ihn zu einen.

Die Unterstützung für das Kompassmodell wächst unter den Vereinen. Rund 70 Mannschaften der Aufstiegsreform-Initiative – darunter der 1. FC Lokomotive Leipzig – haben sich bereits dafür ausgesprochen. Der Verein sieht im Kompassmodell eine attraktivere und wettbewerbsfähigere Regionalliga-Struktur.

Trotz der Kritik bleibt die ursprüngliche Empfehlung der Arbeitsgruppe bestehen: ein Vier-Ligen-System, das allen Meistern den Aufstieg in die 3. Liga ermöglichen soll. Angesichts des Widerstands vieler Vereine gegen das regionale Modell bleibt die Debatte jedoch ungelöst.

Der Streit um die Regionalliga-Reform offenbart tiefe Gräben zwischen Vereinen und Verbänden. Während das Kompassmodell an Fahrt gewinnt, stößt der Regionalvorschlag der Arbeitsgruppe weiterhin auf Ablehnung. Die endgültige Entscheidung wird die Zukunft des unterklassigen Fußballs in Deutschland prägen.

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