Solingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch es fehlt der Masterplan
Vadim BlochSolingens Innenstadt kämpft um ihre Zukunft – doch es fehlt der Masterplan
Solingens Innenstadt leidet seit Jahren unter dem Niedergang: Leerstände prägen das Bild, gastronomische Angebote sind rar, und die wirtschaftliche Not ist tiefgreifend. Viele Ursachen – wie der Boom des Online-Handels oder die Abwanderung von Dienstleistungen in größere Städte – liegen außerhalb des direkten Einflussbereichs der Kommune.
Der Verfall schreitet langsam, aber stetig voran. Lokale Entscheidungsträger haben zwar einzelne Projekte und Maßnahmen erprobt, doch ein übergreifender Plan, um die strukturellen Probleme anzugehen, fehlt bis heute.
Stadtplaner Walsken warnt davor, das Theater- und Konzerthaus durch eine Feuerwehrwache zu ersetzen. Der Verlust dieses kulturellen Leuchtturms würde die Attraktivität der Innenstadt weiter schwächen. Stattdessen plädiert er für einen langfristigen Strategiewechsel: Statt isolierter Lösungen müsse der Fokus auf dem gesamten Stadtgebiet und seinem Umland liegen.
Er betont, dass eine erfolgreiche Entwicklung über die Innenstadt hinausgehen müsse – etwa in die Mangenberger Straße oder das Werwolf-Viertel. Walsken schlägt zudem konkrete Schritte vor, darunter eine bessere Vernetzung der Glasernen Werkstatt mit lokalen Start-ups, den Ausbau von Studentenkapazitäten sowie Unterstützung für Unternehmen, die mit der Digitalisierung kämpfen.
Um den Abwärtstrend umzukehren, fordert er einen umfassenden Masterplan für den Ringschluss um die Innenstadt, der Stadtplanung, soziale Belange, Kultur, Klima, Verkehr und Gemeinschaftsbildung vereint. Entscheidend sei es, eine moderne, mobile und gut verdienende Bevölkerung anzuziehen – nur so lasse sich die Zukunft der Stadt nachhaltig verbessern.
Ohne eine ganzheitliche Strategie droht der Innenstadt Solingens jedoch der weitere Verfall. Walskens Vorschläge zielen darauf ab, einen lebendigeren, besser vernetzten und widerstandsfähigeren urbanen Raum zu schaffen. Ob dies gelingt, hängt davon ab, ob es der Stadt gelingt, in allen Bereichen koordiniert zu handeln.
