05 April 2026, 06:30

Sprit-Tourismus boomt: Deutsche tanken in Polen wegen günstigerer Preise

Alte Karte Polens mit roter Linie und handgeschriebenem Text auf altem Papier.

Sprit-Tourismus boomt: Deutsche tanken in Polen wegen günstigerer Preise

An den polnischen Grenzübergängen haben sich diese Woche lange Schlangen gebildet, da Autofahrer die neu eingeführten Obergrenzen für Spritpreise nutzen wollen. Die polnische Regierung hat die Kosten für Benzin und Diesel gedeckelt und die Treibstoffe damit deutlich günstiger gemacht als im Nachbarland Deutschland. Dies hat einen Anstieg des sogenannten "Sprit-Tourismus" ausgelöst: Immer mehr deutsche Pendler fahren über die Grenze, um dort günstiger zu tanken.

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Die Mitte-links-Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk führte die Preisobergrenzen ein, um die finanzielle Belastung der Verbraucher zu verringern. Der Liter Normalbenzin kostet nun höchstens 6,16 Złoty (etwa 1,44 Euro), Superbenzin 6,76 Złoty (1,58 Euro) und Diesel 7,60 Złoty (1,77 Euro). Der Schritt folgt auf starke Preisanstiege in Deutschland, wo sich die Spritkosten zwischen Januar 2021 (1,30 Euro pro Liter) und Februar 2022 (2,05 Euro pro Liter E10) um etwa 50 Prozent erhöhten.

Auch Deutschland hat neue Regeln eingeführt, um die Spritpreise zu stabilisieren: Tankstellen dürfen die Preise seitdem nur noch einmal täglich, mittags, anpassen. Ziel ist es, plötzliche Preisschwankungen zu reduzieren und mehr Transparenz zu schaffen. Dennoch bleibt die Preisdifferenz zwischen beiden Ländern groß – mit der Folge, dass der grenzüberschreitende Verkehr weiter zunimmt.

Das Osterwochenende könnte die Staus noch verschärfen, da Urlaubsreisende, Pendler und Lkw-Fahrer zusätzliche Verzögerungen verursachen. Grenzkontrollen haben bereits zu Rückstaus geführt, während der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in den kommenden Wochen mit noch mehr Sprit-Tourismus rechnet. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Trends sind laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) noch unklar.

Die Preisdeckel in Polen locken bereits zahlreiche deutsche Autofahrer an, die günstiger tanken wollen. Angesichts der strengeren Preispolitik in Deutschland und der bevorstehenden Osterferien dürften die Grenzübergänge weiter stark belastet werden. Die langfristigen Folgen für beide Volkswirtschaften bleiben jedoch abzuwarten.

Quelle