Top-Ökonom Truger warnt vor globaler Wirtschaftskrise – und präsentiert Rettungsplan
Nurten HarloffTop-Ökonom Truger warnt vor globaler Wirtschaftskrise – und präsentiert Rettungsplan
Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einer neuen globalen Krise, falls nicht schnell gehandelt wird. Seine Mahnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen im Golf die Energiepreise stark in die Höhe treiben könnten. In einem im Magazin Surplus veröffentlichten Beitrag skizziert Truger einen mutigen Plan, um die Volkswirtschaften vor dem drohenden Schock zu schützen.
Truger betont, dass die aktuelle Lage in eine vollwertige Wirtschaftskrise abgleiten könnte, wenn sie nicht eingedämmt wird. Er unterstreicht die Notwendigkeit einer abgestimmten Reaktion und ruft Regierungen sowie Sozialpartner dazu auf, eng zusammenzuarbeiten. Ihr Ziel: die Vermeidung einer Lohn-Preis-Spirale, bei der steigende Kosten die Löhne in die Höhe treiben, was wiederum die Inflation weiter anheizt.
Um die Gefahr zu bekämpfen, schlägt er eine Mischung aus kurzfristigen Maßnahmen und strukturellen Reformen vor. Ein zentraler Vorschlag ist eine temporäre Inflationsausgleichsprämie, die steuer- und sozialabgabenfrei bleibt. Damit ließen sich einmalige Zahlungen an Haushalte ermöglichen, ohne die langfristige Inflation zu verschärfen. Zudem fordert er die Aussetzung strenger Schuldenbremse-Regeln, um gezielte finanzpolitische Hilfen im Rahmen von Notfallklauseln zu ermöglichen.
Die Energiepreise bleiben ein zentrales Problem. Truger empfiehlt, die im Zuge der Energiekrise 2022 eingeführten Preisdeckel für Gas, Öl und Strom wieder zu aktivieren. Diese Obergrenzen müssten jedoch so gestaltet sein, dass sie Marktverzerrungen vermeiden und gleichzeitig die Kosten im Zaum halten, so seine Argumentation.
In der Fiskalpolitik warnt Truger davor, sich zu stark auf Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verlassen. Stattdessen solle die EU den Mitgliedstaaten mit schwächeren Haushalten unter die Arme greifen. Sein Vorschlag erinnert an frühere Kriseninstrumente wie das SURE-Programm, die Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) sowie den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Während der Pandemie stellten diese Programme über 750 Milliarden Euro an Krediten und Zuschüssen bereit und halfen Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland, harte Sparmaßnahmen zu vermeiden.
Trugers Plan vereint Notfallausgaben, Preiskontrollen und eine EU-weite Zusammenarbeit. Das Ziel ist es, die Auswirkungen steigender Kosten abzufedern und einen tieferen Abschwung zu verhindern. Ohne solche Schritte, warnt er, werde das Risiko einer lang anhaltenden Wirtschaftskrise weiter wachsen.






