25 March 2026, 12:33

Warum Deutschlands Rasenflächen im Klimawandel scheitern – und wie wir sie retten können

Plakat mit der Aufschrift "Grass Unlimited: Ein gezielter Ansatz für Grasslandressourcen" mit einer Pennsylvania-Karte in verschiedenen Grünschattierungen und fetter schwarzer Schrift.

Warum Deutschlands Rasenflächen im Klimawandel scheitern – und wie wir sie retten können

Deutschlands Graslandbewirtschaftung steht zunehmend in der Kritik

Traditionelle Methoden – von kurz geschorenen Rasenflächen bis hin zur intensiven Landwirtschaft – geraten angesichts des Klimawandels und wachsender Umweltbedenken unter Druck. Forschungsergebnisse und gerichtliche Entscheidungen treiben nun eine Wende hin zu nachhaltigeren Praktiken voran.

In den letzten Jahren haben extreme Dürreperioden die Schwächen intensiv bewirtschafteter Grasflächen offenbart. Während leistungsstarke Gräsersorten oft vertrocknen oder absterben, überstehen artenreiche Wiesen mit tiefwurzelnden Pflanzen wie Schafgarbe, Löwenzahn und Spitzwegerich die Trockenheit deutlich besser. Diese widerstandsfähigen Flächen kommen nicht nur mit Hitze zurecht, sondern fördern auch die Gesundheit von Nutztieren – Kräuter in ihrer Nahrung beeinflussen sogar Geschmack und Qualität von Milch und Käse.

Viele Hausbesitzer verschärfen das Problem, indem sie ihre Rasenflächen auf nur zwei Zentimeter Höhe mähen und damit nektarreiche Pflanzen und Insektenlebensräume zerstören. Manuela Heberer vom NABU Mecklenburg-Vorpommern betont, dass höheres Gras Feuchtigkeit besser speichert und so das Bewässern überflüssig macht. Gleichzeitig säen Landwirte degradierte Weiden häufig mit ertragsstarken Sorten neu aus – eine Praxis, die durch den Klimawandel bald unhaltbar werden könnte.

Die ökologischen Folgen sind gravierend: Artenreiche Grasländer binden erhebliche Mengen CO₂ im Boden und leisten so einen Beitrag zum Klimaschutz. Doch Deutschland verfehlt die EU-Vorgaben zum Schutz von Niederungs- und Bergwiesen, wie ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs bestätigt hat. Einige Städte wie Anklam bei Schwerin haben bereits reagiert und sich der Aktion "Mai ohne Mähen" angeschlossen – im vergangenen Jahr ließen sie 15 Hektar öffentliches Grün bis zum Spätfrühling ungemäht.

Studien belegen immer wieder, dass biodiverse Wiesen mit Klimastress deutlich besser umgehen als artenarme Flächen. Kampagnen wie "Mai ohne Mähen" fordern daher sowohl Privatgärtner als auch Kommunen auf, das Mähen bis Juni zu verschieben, um Wildpflanzen und Insekten eine Chance zu geben.

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Die Bewegung für eine grünere Graslandbewirtschaftung gewinnt an Fahrt. Durch rechtlichen Druck der EU und wachsende Belege für die Klimavorteile könnten Städte und Landwirte bald auf nachhaltigere Methoden umsteigen. Bis dahin bieten Initiativen wie "Mai ohne Mähen" eine einfache Möglichkeit, die Artenvielfalt zu fördern – eine ungemähte Wiese nach der anderen.

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