Wasserstoff-Pipeline durch Niedersachsen: Grüner Stahl rückt näher
Neue Wasserstoff-Pipeline soll durch Niedersachsen verlaufen – Meilenstein für grüne Industrieproduktion
Ein zentrales Projekt für die klimaneutrale Industrieproduktion nimmt Gestalt an: Eine 68 Kilometer lange Wasserstoff-Pipeline soll durch Niedersachsen verlaufen und die Orte Wefensleben mit Salzgitter verbinden. Geplant wird die Strecke von der Ontras Gastransport GmbH und ist Teil eines über 600 Kilometer langen Netzes, das künftig saubere Energie in die ost- und mitteldeutschen Regionen liefern soll.
Die Leitung mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern wird durch die Landkreise Helmstedt, Wolfenbüttel und Salzgitter führen. Sie spielt eine Schlüsselrolle im SALCOS-Programm, das am Standort des Stahlkonzerns Salzgitter AG die Produktion von „grünem Stahl“ vorantreiben soll – indem Kohle durch Wasserstoff ersetzt wird. Rund 80 Prozent des von Ontras geplanten Netzes entstehen durch die Umrüstung bestehender Erdgasleitungen, während die verbleibenden 20 Prozent – darunter auch dieser Abschnitt – neu gebaut werden müssen.
Bevor der Bau beginnen kann, stehen jedoch noch wichtige Schritte an: Von Ende Juni bis Anfang August führen Fachteams Umwelt- und Artenschutzuntersuchungen entlang der Trasse durch, mit besonderem Fokus auf den stark gefährdeten Europäischen Hamster. Zudem muss Ontras die formelle Planfeststellung abwarten, bevor mit den Arbeiten begonnen werden darf.
Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren: Die notwendigen Rohre wurden bei Mannesmann, einer Tochter der Salzgitter AG, in Auftrag gegeben. Bei reibungslosem Ablauf könnten die Bauarbeiten 2027 starten, die Inbetriebnahme der Pipeline ist für Dezember 2029 vorgesehen.
Das Projekt markiert einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung der Schwerindustrie in der Region. Sobald die Leitung in Betrieb geht, wird sie die Wasserstoffversorgung für das Salzgitter-Stahlwerk sichern und so die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Doch bis dahin müssen noch Genehmigungsverfahren und ökologische Prüfungen erfolgreich absolviert werden.






