21 March 2026, 18:32

Wasserstoffgesetz beschlossen – doch Solarreformen spalten die Koalition

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Energiefachleute von SPD und Grünen kritisieren Reichs Gesetzespläne - Wasserstoffgesetz beschlossen – doch Solarreformen spalten die Koalition

Die deutsche Bundesregierung hat das Wasserstoffbeschleunigungsgesetz verabschiedet, um die Energieversorgung angesichts wachsender geopolitischer Spannungen abzusichern. Das am 26. Februar 2026 beschlossene Gesetz zielt darauf ab, die Wasserstoffinfrastruktur auszubauen und gleichzeitig die Stabilität der Gasversorgung zu gewährleisten. Doch separate Reformvorschläge von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche haben scharfe Kritik sowohl von Oppositionsparteien als auch aus den Reihen der Koalition ausgelöst.

Die Pläne, zu denen Änderungen bei Solarförderungen und Netzvorschriften gehören, stehen in der Kritik, das Wachstum erneuerbarer Energien in einer entscheidenden Phase zu untergraben.

Reiches vorgeschlagene Reformen – bekannt als das Netzpaket und Novellierungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) – haben heftigen Widerstand hervorgerufen. Die SPD-Energieexpertin Nina Scheer verurteilte die Maßnahmen als "völlig in die falsche Richtung gehend". Sie warnte, dass Einschränkungen für kleine Solaranlagen, etwa auf Hausdächern, eine der kostengünstigsten Quellen sauberer Energie "abwürgen" würden.

Scheer argumentierte zudem, die Pläne würden die "Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zementieren" und damit die Klimaziele der Koalition konterkarieren. Sie forderte eine "grundlegende Überarbeitung", um einen echten Umstieg auf Erneuerbare zu gewährleisten. Ihre Kritik richtete sich auch gegen Reiches implizite Infragestellung des deutschen Atomausstiegs, den Scheer als realitätsfremd bezeichnete – schließlich gingen durch bestehende Netzengpässe bereits heute erneuerbare Energien verloren.

Der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, schloss sich der Debatte an und forderte eine vollständige "Unabhängigkeitserklärung von fossilem Öl und Gas". Er warf der Regierung vor, den systemischen Wandel hin zu sauberer Energie nicht konsequent voranzutreiben. Unterdessen haben öffentliche Verunsicherung und wirtschaftlicher Druck die Prüfung verschärft, ob die Reformen Deutschlands Energiezukunft stabilisieren oder vielmehr destabilisieren werden.

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Das Wasserstoffbeschleunigungsgesetz gilt nun als zentrale Antwort der Regierung auf Versorgungsrisiken – etwa durch den Iran-Konflikt, der die LNG-Lieferungen aus Katar gefährdet. Doch Reiches Solar- und Netzreformen bleiben umstritten, da Kritiker befürchten, sie könnten die Ausweitung erneuerbarer Energien bremsen. Der Streit zeigt die anhaltenden Spannungen auf, wie Deutschland Energiesicherheit und Klimaziele unter einen Hut bringen soll.

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