Windkraft-Ausbau in windschwachen Regionen: Schneiders riskanter Plan für die Energiewende
Nurten HarloffWindkraft-Ausbau in windschwachen Regionen: Schneiders riskanter Plan für die Energiewende
Bundesumweltminister Carsten Schneider plant Ausbau der Windkraft in windschwachen Regionen
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgelegt, die Windenergie auch in die windärmsten Gebiete Deutschlands auszuweiten. Die Initiative soll den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben, wirft jedoch Fragen zu steigenden Kosten und der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf. Milliarden an Subventionen sollen den Bau von Windrädern in Regionen fördern, in denen die Windbedingungen alles andere als optimal sind.
Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) strebt Deutschland an, bis 2050 den gesamten Strombedarf klimaneutral zu decken. Ein zentraler Baustein dieses Plans ist der Bau von rund 2.000 neuen Windkraftanlagen bis 2030. Schneider setzt dabei auf das sogenannte Referenzertragsmodell, das Betreibern in windschwachen Gebieten durch höhere Fördergelder einen Ausgleich bieten soll.
Bayern, eines der windärmsten Bundesländer, weist im Schnitt nur einen "Gütefaktor" von 55 Prozent für die Windverhältnisse auf. Dennoch stehen bereits 76 Prozent der dortigen Anlagen in solchen schwachwindigen Zonen – gestützt durch erhebliche finanzielle Unterstützung. Das EEG sieht zusätzliche Zuschüsse vor, um die Nachteile auszugleichen. Kritiker warnen jedoch, dass dies die Stromkosten weiter in die Höhe treiben könnte.
Deutschland hat bereits die höchsten Strompreise Europas. Wirtschaftsvertreter befürchten, dass teure Windenergie aus den südlichen Regionen die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Landes schwächen könnte. Trotzdem bleibt Schneider entschlossen: Jede neue Anlage leiste einen Beitrag zur Energiewende, so sein Argument.
Der Ausbau der Windkraft in windschwachen Gebieten wird stark von Subventionen abhängen. Angesichts der ohnehin hohen Stromkosten könnte der Plan die finanzielle Belastung für Unternehmen weiter erhöhen. Ob die Strategie gelingt, hängt davon ab, ob es gelingt, das Wachstum der Erneuerbaren mit wirtschaftlicher Stabilität in Einklang zu bringen.






