Boryszew Kunststofftechnik schließt deutsche Standorte – 400 Jobs in Gefahr
Nurten HarloffKein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew Kunststofftechnik schließt deutsche Standorte – 400 Jobs in Gefahr
Boryszew Kunststofftechnik, ein wichtiger Zulieferer von Fahrzeuginnenraumkomponenten, wird bis Ende des Jahres seine deutschen Standorte schließen. Das zum polnischen Boryszew-Konzern gehörende Unternehmen scheiterte trotz monatelanger Verhandlungen daran, einen langfristigen Investor zu gewinnen. Damit sind nun über 400 Arbeitsplätze an zwei Standorten gefährdet.
Der angeschlagene Zulieferer hatte im März 2025 Insolvenz angemeldet. Am Standort Gardelegen sind 330 Mitarbeiter beschäftigt, in Idar-Oberstein arbeiten weitere 100 Menschen. Beide Werke stellen Innenraumteile her, zu deren wichtigsten Abnehmern die Volkswagen Gruppe zählt.
Wie der Insolvenzverwalter Silvio Höfer bestätigte, reichen die bestehenden Aufträge nicht über Dezember hinaus. Bereits im Mai 2023 hatte er mitgeteilt, dass intensive Gespräche mit potenziellen Investoren geführt würden. Doch die Verhandlungen scheiterten letztlich an den anhaltenden Schwierigkeiten der deutschen Automobilbranche.
Die Belegschaften beider Standorte wurden in dieser Woche über die Schließung informiert. Die Produktion läuft bis Jahresende weiter, alle Arbeitsplätze bleiben bis dahin erhalten.
Mit der Schließung endet die Geschichte eines der größten Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt. Die Beschäftigten bleiben zwar bis Dezember angestellt, doch mit dem vollständigen Produktionsstopp gibt es keine Perspektive mehr für das Unternehmen. Da es nicht gelang, Investoren zu gewinnen, bleiben keine weiteren Überlebensoptionen.






