Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor dramatischer Gasknappheit im Winter 2026
Nurten HarloffOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor dramatischer Gasknappheit im Winter 2026
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat ernste Sorgen wegen der sich verschärfenden Energiekrise in Deutschland geäußert. Angesichts gefährlich niedriger Gasreserven und des nahenden Winters drängt er auf rasches Handeln, um die Versorgung zu sichern und die Preise zu stabilisieren.
Stand 14. März 2026 liegen die deutschen Gasreserven bei nur noch 21,99 Prozent – deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 31,97 Prozent und erheblich niedriger als in den Vorjahren. Lies warnt, dass sich die Lage ohne sofortige Gegenmaßnahmen in den kommenden Monaten weiter zuspitzen könnte.
Der Ministerpräsident fordert die Bundesregierung auf, alle möglichen Lösungen zu prüfen, um Engpässe zu vermeiden. Besonders betont er die Notwendigkeit, die Gasimporte zu diversifizieren, etwa durch den Ausbau von Flüssigerdgas-Terminals (LNG) sowie die Sicherung von Lieferungen aus Norwegen und den Niederlanden. Ein drittes LNG-Terminal in Wilhelmshaven gehört zu seinen zentralen Vorschlägen.
Auch die heimische Förderung, insbesondere in der Nordsee, hält Lies für unverzichtbar. Gleichzeitig warnt er jedoch vor einer Rückkehr zur Kernenergie, da dies sowohl bei der Bevölkerung als auch in der Wirtschaft für Verunsicherung sorgen würde.
Lies blendet dabei nicht aus, wie stark Haushalte und Unternehmen bereits unter der Krise leiden. Die steigenden Spritpreise an den Tankstellen haben zu wachsender Verärgerung geführt, weshalb er von den Mineralölkonzernen konkrete Schritte einfordert. Zugleich räumt er ein, dass die Befürchtungen vor möglichen Lieferstörungen – etwa durch einen Konflikt mit dem Iran – nicht unbegründet sind.
Seit Wochen sinken die Lagerbestände rasant: Anfang Februar fielen sie bereits unter 30 Prozent, nun nähern sie sich der 22-Prozent-Marke. Prognosen zufolge könnten die Reserven bis Ende März auf nur noch 13,1 Prozent schrumpfen – ein Puffer für den nächsten Winter wäre damit kaum noch vorhanden.
Während Deutschlands Gasspeicher zu weniger als einem Viertel gefüllt sind, liegen Nachbarländer wie Polen mit 54,52 Prozent deutlich besser da. Lies macht klar: Ohne schnelle Gegenwehr drohen dem Land schwere Versorgungsengpässe und weitere Preissprünge. Seine Forderungen nach ausgebauter Infrastruktur und alternativen Bezugsquellen zielen darauf ab, eine noch tiefere Krise in den kommenden Monaten abzuwenden.






