Bundeselternrat fordert bundesweite Schülernummer gegen Datenchaos an Schulen
Nurten HarloffBundeselternrat fordert bundesweite Schülernummer gegen Datenchaos an Schulen
Familien in Deutschland kämpfen weiterhin mit Problemen beim Wechsel von Schulunterlagen über Ländergrenzen hinweg. Verzögerungen und verlorene Fördermaßnahmen für Schüler mit besonderem Bedarf sind aufgrund zersplitterter Datensysteme an der Tagesordnung. Nun drängt der Bundeselternrat auf die Einführung einer bundesweiten Schülernummer, um diese Missstände zu beheben.
Das Problem liegt in Deutschlands fehlendem einheitlichen System zum Austausch von Bildungsdaten. Wenn Familien zwischen Bundesländern umziehen, gehen wichtige Informationen – etwa zu Förderbedarfen oder Lernfortschritten – oft nicht nahtlos über. Die Folge: Kinder warten teils Wochen oder sogar Monate, bis sie die nötige Unterstützung erhalten.
Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen im Bundeselternrat, übt scharfe Kritik an der aktuellen Situation. Es sei inakzeptabel, dass Schülerinnen und Schüler Zugang zu essenziellen Leistungen verlören, nur weil die Systeme der Länder nicht effizient zusammenarbeiteten.
Als Lösung schlägt der Rat eine einheitliche Schüler-ID vor, die schulische Leistungen und Bedarfe länderübergreifend dokumentiert. Dieses System würde eine durchgehende Erfassung individueller Lernanforderungen ermöglichen und berechtigten Stellen schnellen Zugriff auf die Daten gewähren. Ziel ist es, Unterbrechungen im Bildungsweg zu vermeiden – besonders für Kinder, die auf besondere Förderung angewiesen sind.
Obwohl der Fokus auf einer besseren Datenweitergabe liegt, betont der Rat zugleich die Notwendigkeit strenger Datenschutzmaßnahmen. Jedes neue System müsse persönliche Informationen schützen und gleichzeitig einen reibungslosen Austausch der Unterlagen gewährleisten.
Eine bundesweite Schüler-ID würde eine zentrale Dokumentation der Bildungsbiografie jedes Kindes schaffen. Die Reform soll Verzögerungen bei der Unterstützung beseitigen und sicherstellen, dass Schülerinnen und Schüler – unabhängig von ihrem Wohnort in Deutschland – durchgehend gefördert werden. Der Vorschlag des Bundeselternrats wartet nun auf weitere Beratungen zu Umsetzung und Sicherheitsstandards.






