30 March 2026, 14:37

Europas Flugbranche setzt auf nachhaltige Kraftstoffe – doch die Debatte bleibt hitzig

Weißer fetter Text auf einem grünen Hintergrund, der "netto-null-Emissionen bis 2050" anzeigt.

Europas Flugbranche setzt auf nachhaltige Kraftstoffe – doch die Debatte bleibt hitzig

Europas Vorstoß für nachhaltige Flugkraftstoffe verzeichnet rasantes Wachstum

Der Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) in Europa ist stark gestiegen und erreichte 2024 einen Anteil von 2 % – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 0,6 % im Vorjahr. Der Schub kommt zu einer Zeit, in der steigende Ölpreise und Lieferengpässe infolgedes Iran-Konflikts die Suche nach Alternativen zu herkömmlichem Kerosin neu beleben. Dennoch bleiben trotz der Fortschritte die Debatten über Kosten und Versorgungsengpässe zentrale Themen in der politischen Diskussion.

Die Europäische Union hat vorgegeben, dass bis 2025 mindestens 2 % des Flugtreibstoffs an regionalen Flughäfen aus SAF bestehen müssen, bis 2030 soll dieser Anteil auf 6 % steigen. Eine strengere Regelung schreibt zudem vor, dass synthetischer eSAF ab 2030 einen Anteil von 1,2 % am Gesamtkraftstoff ausmachen muss, der bis 2035 auf 5 % anwachsen soll. Diese Vorgaben bleiben unverändert, wie Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bestätigte. Er betonte, dass Europa auf gutem Weg sei, das Ziel für 2025 zu erreichen oder sogar zu übertreffen – aktuell liege die Nutzung bereits bei oder über 2 %.

Branchenverbände äußern jedoch Bedenken. Airlines for Europe (A4E) forderte eine Lockerung der eSAF-Vorgaben und verwies auf begrenzte Verfügbarkeit und hohe Produktionskosten. Die Europäische Kommission lehnte eine Rücknahme der Regelungen zwar ab, räumte aber ein, dass die Erschwinglichkeit und Zugänglichkeit verbessert werden müssten. Ein namentlich nicht genannter EU-Vertreter unterstrich diese Haltung und betonte, die Vorgaben seien gerechtfertigt und notwendig.

Während die meisten Flughäfen noch nicht öffentlich bekannt gegeben haben, die 2 %-Marke zu überschreiten, sticht Heathrow hervor. Der britische Drehkreuzflughafen plant, im kommenden Jahr mehr als 5 % SAF bereitzustellen und damit das nationale Ziel zu übertreffen. Insgesamt zeigt sich ein stetiger Fortschritt, doch bleiben Herausforderungen bei der Balance zwischen ehrgeizigen Zielen und praktischen Grenzen bestehen.

Die SAF-Politik der EU bleibt unverändert – trotz des Drucks der Branche gibt es keine Pläne, die eSAF-Vorgaben abzumildern. Da die Ziele für 2025 voraussichtlich vorzeitig erreicht werden, rückt nun die Skalierung der Produktion und die Senkung der Kosten in den Fokus. Die nächste Hürde, eine 6 %-SAF-Quote bis 2030, wird zeigen, ob das Angebot mit der Nachfrage Schritt halten kann.

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