Hunderte protestieren gegen rechtsextreme Kampfsporthalle in Halle
Hunderte Demonstranten versammelten sich am Wochenende in Halle, um die Schließung eines Kampfsporthalls zu fordern, dem Verbindungen zur rechtsextremen Szene vorgeworfen werden. Die Kundgebung richtete sich gegen die Gladiator Fight Academy, eine Einrichtung, die als Rekrutierungszentrum für extremistische Netzwerke gelten soll. Organisiert wurde die Demonstration von der antifaschistischen Gruppe Daumen runter und zog vor allem junge Menschen vor den Hauptbahnhöfen der Stadt an.
Im Fokus der Proteste standen die Verbindungen der Kampfsportschule zu bekannten Rechtsextremen. Dazu zählt Theo Weiland, ein bekannter deutscher Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturm Erfurt, der heute eine Schlüsselrolle in der Akademie einnimmt. Auch Hans Krüger und Christopher Henze, die beide mit der rechtsextremen Hooligan-Szene in Verbindung gebracht werden, sind in der Einrichtung aktiv.
Die Demonstranten skandierten Parolen wie „Nazis raus aus unseren Kiezen“, während sie durch die Stadt zogen. Ihre Wut wuchs, nachdem die Kampfsportschule die Gladiator Fight Series in Teutschenthal veranstaltet hatte – ein Event, das von einem rechtsextremen Publikum besucht wurde. Besonders brisant: Die jüngste Veranstaltung fand in einem städtischen Kultur- und Gemeinschaftszentrum statt, was bei den Protestierenden auf scharfe Kritik stieß. Sie argumentieren, dass solche Räumlichkeiten nicht für extremismusnahe Aktivitäten zur Verfügung stehen sollten.
Die Demonstration lenkte auch den Blick auf politische Verknüpfungen. So nahmen die AfD-Politiker Paul Backmund, Fabian Jank und Benedikt Weiß an der Veranstaltung teil. Der wachsende Einfluss ihrer Partei in Sachsen-Anhalt – wo sie bei der Bundestagswahl 2025 37,3 Prozent erreichte und bei der anstehenden Landtagswahl auf 38 Prozent kommen könnte – befeuert zusätzlich die Sorgen vor einer Ausbreitung rechtsextremer Strukturen.
Die Kundgebung endete mit erneuten Forderungen an die Behörden, die Gladiator Fight Academy zu schließen. Die Organisatoren betonten, wie dringend gegen Orte vorgegangen werden müsse, die mutmaßlich für extremistische Vernetzung genutzt werden. Die Betreiber der Kampfsportschule haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.






