29 March 2026, 16:32

Kohleausstieg 2038: Merz plant Verzögerung – LEAG erhält Milliarden-Entschädigung

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Fick die Kohle" vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Bäumen, Fahnenmast und bewölktem Himmel im Hintergrund.

Kohleausstieg 2038: Merz plant Verzögerung – LEAG erhält Milliarden-Entschädigung

Deutschlands geplanter Kohleausstieg bis 2038 könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angedeutet hat, Kraftwerke länger am Netz zu lassen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Energieknappheit Sorgen um die Stromversorgung schürt. Gleichzeitig soll der große Braunkohlebetreiber LEAG in Cottbus eine Entschädigung von 1,75 Milliarden Euro für die Stilllegung seiner Anlagen bis zum ursprünglichen Termin erhalten.

LEAG bereitet sich seit Längerem auf den Ausstieg aus der Braunkohle in der Lausitzer Bergbauregion vor. Seit der Vereinbarung zum Kohleausstieg 2038 hat das Unternehmen in Wind- und Solarprojekte auf ehemaligen Abbauflächen bei Cottbus, Peitz, Spremberg und Weißwasser investiert. Die Standorte werden schrittweise zu Zentren für erneuerbare Energien mit modernen Anlagen umgebaut.

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Merz argumentierte, dass bestehende Kohlekraftwerke über ihren geplanten Abschaltzeitpunkt hinaus betrieben werden müssten, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um die Energieversorgung Deutschlands abzusichern. Seine Aussagen könnten den Fahrplan für das Ende der Kohleverstromung verlängern – trotz der bestehenden Vereinbarung.

Die Grünen reagierten mit einem Appell an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), mögliche Verzögerungen abzulehnen. Sie betonten, wie wichtig die Einhaltung des 2038-Plans sei, um Arbeitsplätze zu schützen und die laufenden Investitionen in den Strukturwandel nicht zu gefährden.

Die 1,75 Milliarden Euro Entschädigung für LEAG unterstreichen das Ausmaß des deutschen Kohleausstiegs. Sollte Merz' Vorschlag umgesetzt werden, könnte sich der Zeitplan für die Abschaltung ändern – mit Folgen für die Energiepolitik und den regionalen Wandel. Die Debatte dreht sich nun darum, wie sich Versorgungssicherheit mit den langfristigen Klimazielen in Einklang bringen lässt.

Quelle