19 March 2026, 10:46

Kult-Ampeln ersetzen Fußgängerzeichen: Von Pumuckl bis Rattenfänger

Eine Gruppe von Menschen in traditioneller bayrischer Tracht, die auf der Straße Musikinstrumente spielen, während sie an Gebäuden vorbeigehen, einige halten Fahnen, mit einem Hügel und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Wenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Kult-Ampeln ersetzen Fußgängerzeichen: Von Pumuckl bis Rattenfänger

In mehreren deutschen Städten haben traditionelle Fußgängerampeln Platz für lokale Kultursymbole gemacht. Was einst als spielerische Möglichkeit begann, regionalen Stolz zu zeigen, hat sich mittlerweile über Bayern hinaus ausgebreitet. Jedes Design spiegelt dabei einen einzigartigen Aspekt der städtischen Identität wider – von historischen Persönlichkeiten bis hin zu beliebten Figuren aus der Folklore.

In Bayern haben Städte wie München, Straubing und Dachau die Initiative ergriffen. München setzt auf drei Ampeln mit dem "Pumuckl", während Straubing den "Bruder Straubinger", eine lokale Mönchsfigur, abbildet. In Dachau leuchten die Ampelmännchen in traditioneller bayerischer Tracht – die Schablonen und das Design kosteten lediglich 300 Euro. Deggendorf entschied sich für eine Frau, die Klöße wirft, und Hof wird bald seinen ikonischen Würstchenverkäufer, den "Wärschtlamo", einführen, nachdem anfängliche Bedenken zur Verkehrssicherheit ausgeräumt wurden.

Auch außerhalb Bayerns ziehen mindestens sechs weitere Städte mit. Saarbrücken installierte den lokalen Comic-Charakter "Saarlodri", Trier ergänzte 2018 Figuren von Karl Marx. Hamburg wird im Januar 2026 Ernie und Bert einführen, und Hameln nutzt seit 2019 den "Rattenfänger". Mainz setzte bereits 2016 auf seine "Mainzelmännchen", und Nürnberg enthüllte im Februar 2026 Albrecht Dürers "Feldhase". Augsburgs "Kasperl"-Figur erforderte eine Sondergenehmigung der Regierung von Schwaben.

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Nicht alle Behörden stehen dem Trend jedoch positiv gegenüber. Das bayerische Innenministerium äußerte Bedenken und argumentiert, dass standardisierte Designs für sofortige Wiedererkennung und Sicherheit sorgen. Nürnberg umging für seinen Hasen hingegen die formelle Genehmigung und übernahm die volle Verantwortung für Betrieb und mögliche Unfälle.

Bei den Bürgern kommen die kreativen Ampeln gut an – sie bieten eine humorvolle Möglichkeit, das lokale Erbe zu feiern. Während einige Städte auf bürokratische Hürden stoßen, setzen andere die Projekte auch ohne zentrale Freigabe um. Die Diskussion, ob Kreativität oder Standardisierung bei öffentlichen Sicherheitseinrichtungen Vorrang haben sollten, bleibt damit weiter offen.

Quelle