Nahost-Krise treibt Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau
Romuald SchweitzerGewerkschaftsfraktion fordert höhere Kilometergeldzuschläge wegen gestiegener Kraftstoffpreise - Nahost-Krise treibt Spritpreise in Deutschland auf Rekordniveau
Spritpreise in Deutschland schnellen nach Nahost-Konflikt in die Höhe
Seit dem jüngsten Konflikt im Nahen Osten sind die Kraftstoffpreise in Deutschland stark angestiegen und liegen nun deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Schon vor der Krise waren Benzin und Diesel in Deutschland teurer als in vielen osteuropäischen und südosteuropäischen Ländern. Nun wächst der politische Druck, die finanzielle Belastung für Berufspendler zu verringern, die mit höheren Fahrtkosten konfrontiert sind.
Noch vor dem Ölpreisschock Ende Februar 2026 lag der Durchschnittspreis für Super E10 in Deutschland bei etwa 1,76 Euro pro Liter, während Diesel 1,71 Euro kostete – Werte, die bereits über denen vieler Nachbarländer in der EU lagen. Seit Beginn des Konflikts sind die Nettopreise – ohne Steuern – drastisch gestiegen: Diesel verteuerte sich um 44 Prozent, Benzin um 29 Prozent, was die EU-weiten Steigerungen von 29 bzw. 16 Prozent deutlich übertrifft.
Die Arbeitnehmerflügel von CDU und CSU reagieren darauf mit der Forderung nach einer höheren Kilometerpauschale. Sie schlagen vor, die steuerfreie Erstattung für dienstliche Autofahrten von 30 Cent auf 38 Cent pro Kilometer anzuheben. Zwei mögliche rechtliche Wege werden diskutiert: Entweder eine Änderung des Bundesreisekostengesetzes oder eine Angleichung an die bestehende Pendlerpauschale.
Zudem steht ein Gesetzentwurf zur Debatte im Bundestag an. Dieser sieht vor, die Preiserhöhungen für Kraftstoffe auf einmal täglich zu begrenzen und die Kartellregeln gegen marktbeherrschende Mineralölkonzerne zu verschärfen. Eine weitere Überlegung ist ein steuerfreier Mobilitätszuschuss für Arbeitnehmer mit hohen Fahrtkosten, der für Arbeitgeber einfach zu handhaben sein soll.
Sollten die Pläne verabschiedet werden, würden sie die Fahrtkosten für Berufstätige, die auf private Fahrzeuge angewiesen sind, direkt senken. Die anstehende Bundestagsdebatte wird zeigen, ob strengere Preiskontrollen und finanzielle Entlastungsmaßnahmen umgesetzt werden. Bis dahin müssen Autofahrer weiterhin deutlich höhere Spritpreise als vor dem Konflikt zahlen.






