Nur neun Prozent der Firmen bieten Mitarbeiterwohnungen – doch die Vorteile sind enorm
Nurten HarloffNur neun Prozent der Firmen bieten Mitarbeiterwohnungen – doch die Vorteile sind enorm
Eine neue Studie zeigt, dass derzeit nur neun Prozent der deutschen Unternehmen ihren Mitarbeitenden Wohnraum am Standort anbieten. Trotz der Seltenheit geben jedoch mehr als die Hälfte dieser Firmen an, dass sich dadurch die Personalbindung und -gewinnung verbessert habe. Die Erkenntnisse stammen aus einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) aus dem Jahr 2026, für die 826 Unternehmen verschiedener Branchen befragt wurden.
Die Erhebung offenbart eine deutliche Lücke zwischen Interesse und Umsetzung: Zwar glauben 58 Prozent der Betriebe, dass Mitarbeiterwohnungen helfen, Fachkräfte zu gewinnen – doch nur vier Prozent planen, ein solches Angebot in den nächsten fünf Jahren einzuführen. Weitere 21 Prozent unterstützen ihre Beschäftigten indirekt, etwa durch Zuschüsse oder Kooperationen mit Vermietern.
Kosten und Komplexität bleiben die größten Hürden. Zwei Drittel der Unternehmen nennen die schwierigen Rahmenbedingungen auf dem Mietmarkt als Hauptproblem. 40 Prozent halten den finanziellen und administrativen Aufwand für zu hoch, und 45 Prozent finden keine verlässlichen Partner in der Wohnungswirtschaft.
Philipp Deschermeier, Experte für das Thema, argumentiert, dass betriebliche Wohnangebote Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil bei der Personalgewinnung verschaffen könnten. Er schlägt vor, Genehmigungsverfahren für solche Projekte zu vereinfachen und Unternehmen klarere Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben. Die Studie zeigt zudem, dass 55 Prozent der Firmen langfristige Vorteile für die Mitarbeiterbindung durch Wohnraumangebote sehen.
Trotz der Vorteile bleibt die Bereitstellung von Mitarbeiterwohnungen eine Seltenheit: Nur jedes zehnte Unternehmen setzt darauf. Diejenigen, die es tun, profitieren häufig von besseren Rekrutierungserfolgen und einer höheren Bindungsrate. Doch hohe Kosten, bürokratische Hürden und die Marktlage bremsen eine weitere Verbreitung weiterhin aus.






