Villeroy & Boch kürzt Finanzprognose 2026 wegen Golfkriegs drastisch
Nurten HarloffIranischer Krieg belastet Ausblick für Villeroy & Boch - Villeroy & Boch kürzt Finanzprognose 2026 wegen Golfkriegs drastisch
Villeroy & Boch senkt Finanzprognose für 2026 drastisch – Golfkonflikt belastet Geschäfte
Nach der Eskalation des Golfkonflikts zu einem vollumfänglichen Krieg hat der Keramikhersteller Villeroy & Boch seine Finanzziele für 2026 deutlich nach unten korrigiert. Das Unternehmen rechnet nun mit einem starken Rückgang bei Umsatz und Erträgen – ein herber Rückschlag nach dem bescheidenen Wachstum des Vorjahres. Die Absatzmärkte in Israel und den Golfstaaten sind zusammengebrochen, was die Firma zu einer Anpassung ihrer Prognosen zwingt.
2025 hatte Villeroy & Boch noch ein Umsatzplus von 1,8 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro verbucht, während der Nettogewinn von 6,6 Millionen auf 14,7 Millionen Euro stieg. Zudem investierte das Unternehmen 45,8 Millionen Euro, unter anderem in ein neues Lagersystem am Standort Merzig, und schloss sein Werk in Roeselare (Belgien), um die Betriebsabläufe zu straffen. Die prognostizierte bereinigte EBIT-Marge für 2026 lag zunächst bei 75 bis 85 Millionen Euro.
Doch der Golfkonflikt, der sich am 28. Februar 2026 weiter zuspitzte, hat Handel und Stabilität in der Region schwer erschüttert. US-amerikanische und israelische Luftangriffe auf den Iran lösten iranische Vergeltungsschläge aus, die Energieinfrastrukturen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen Golfstaaten trafen. Die Blockade der Straße von Hormus und der rasante Ölpriesanstieg – von 72 auf über 82 Dollar pro Fass – haben die regionalen Volkswirtschaften lahmgelegt. Villeroy & Boch erzielt in Israel und den Golfstaaten mittlerweile keine Umsätze mehr; für April werden nur noch 30 Prozent des Vorjahresniveaus erwartet.
Infolge der Krise geht das Unternehmen nun von einem Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich aus. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges zwingen zu einer deutlichen Abwärtskorrektur der ursprünglichen Finanzziele.
Die überarbeitete Prognose spiegelt die schweren Auswirkungen des Konflikts auf die Geschäfte von Villeroy & Boch wider. Ohne Umsätze in Israel und den Golfstaaten sowie angesichts der allgemeinen Marktinstabilität steht das Unternehmen vor einem stärkeren Einbruch als zunächst angenommen. Die anhaltenden Störungen durch den Krieg werden voraussichtlich die weitere Entwicklung im Laufe des Jahres prägen.






