AfD auf Rekordkurs in Sachsen-Anhalt – Alice Schwarzer warnt vor feministischem Rückschritt
AfD auf Rekordkurs in Sachsen-Anhalt – Alice Schwarzer warnt vor feministischem Rückschritt
Die rechtspopulistische AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt weiter an Zuspruch und liegt in Umfragen mittlerweile bei rund 39 Prozent – fast doppelt so viel wie bei der Wahl 2021. Die Partei strebt an, 2026 erstmals in einem deutschen Bundesland die Regierung zu übernehmen und damit die CDU, die derzeit bei 26 Prozent liegt, zu überflügeln. Unterdessen hat sich die Feministin und Ikone Alice Schwarzer zum politischen Wandel geäußert und vor dessen Risiken gewarnt, zugleich aber auch über weibliche Führung in Deutschland reflektiert.
Schwarzer äußert sich besorgt über den Aufstieg der AfD und bezeichnet deren konservative Werte als direkte Bedrohung für feministische Fortschritte. Sie argumentiert, dass der wachsende Einfluss der Partei jahrelange Errungenschaften der Frauenrechte in Deutschland zunichtemachen könnte.
Trotz ihrer Kritik an der AfD sieht Schwarzer Potenzial in der Idee einer Frau an der Spitze des Landes. Als Beispiel nennt sie die AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel und betont, dass deren Wahl zur Bundeskanzlerin – unabhängig von der politischen Ausrichtung – ein starkes Signal für Frauen in Führungspositionen senden würde.
Rückblickend würdigt Schwarzer Angela Merkel als prägende Figur für junge Frauen. Unter Merkels Führung wurde es zu einem kulturellen Symbol, dass Mädchen eine "Schnee-Merkel" statt eines Schneemanns bauten. Schwarzer ist überzeugt, dass Merkel weibliche Führung auf eine Weise normalisiert hat, wie es nur wenige Politikerinnen vermocht haben.
Gleichzeitig übt sie Kritik an der aktuellen feministischen Politik. Annalena Baerbocks "feministische Außenpolitik" habe Frauen in Krisenregionen wie dem Iran oder Afghanistan im Stich gelassen, so Schwarzer. Für sie bedeutet echter Fortschritt mehr als symbolische Gesten – es brauche konkrete Taten.
Der Aufstieg der AfD in Sachsen-Anhalt könnte 2026 zu einem historischen Machtwechsel führen. Schwarzers Warnungen verdeutlichen die Spannung zwischen politischem Wandel und feministischen Errungenschaften. Ob durch Merkels Erbe oder Weidels möglichen Aufstieg – die Debatte über weibliche Führung und ihre realen Auswirkungen bleibt von zentraler Bedeutung.
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