Deutschland gibt geraubte Kulturgüter aus NS- und Kolonialzeit zurück – neues Gesetz geplant
Kulturminister Weimer bereitet Gesetz zur Rückgabe geraubter Kunst vor - Deutschland gibt geraubte Kulturgüter aus NS- und Kolonialzeit zurück – neues Gesetz geplant
Deutschland bereitet ein neues Restitutionsgesetz vor, um geraubtes Kulturgut aus der NS-Zeit sowie der Kolonialzeit zurückzugeben. Das Gesetz, das voraussichtlich Anfang 2029 in Kraft treten soll, umfasst auch privat besessene Kunstwerke und menschliche Überreste, die während der deutschen Kolonialzeit entwendet wurden. Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer betonte die Dringlichkeit dieser Rückgaben und forderte, "ohne Verzögerung" zu handeln.
Der Gesetzentwurf erweitert die bestehenden Regelungen für NS-Raubkunst und bezieht nun auch Besitz aus der deutschen Kolonialzeit ein. Deutschlands koloniale Vergangenheit betrifft 14 moderne Staaten oder Kulturräume, darunter Namibia, Tansania, Kamerun sowie pazifische Regionen wie Papua-Neuguinea und Samoa. Zu den umstrittenen Objekten zählen Schädeln und Körperteile von Opfern des Völkermords an den Herero und Nama, die derzeit in Einrichtungen wie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz lagern.
Weimer unterstrich die Notwendigkeit, diese Überreste zurückzuführen, die während der deutschen Kolonialzeit nach Deutschland gebracht wurden. Die Regierung plant zudem, das Fehlen eines eigenen Denkmals für koloniale Verbrechen zu beheben. Die Debatten über Repatriierung betreffen ethnografische Sammlungen aus ehemaligen deutschen Kolonien, die seit Jahrzehnten in deutschen Museen verwahrt werden.
Das Gesetz soll den Prozess beschleunigen und sicherstellen, dass zu Unrecht angeeignete Objekte in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Weimers Entwurf reagiert auf wachsenden Druck betroffener Nationen und Kulturorganisationen, die schnellere und transparente Rückgaben fordern.
Die Gesetzesvorlage markiert einen bedeutenden Schritt in Deutschlands Bemühungen, historische Ungerechtigkeiten aufzuarbeiten. Nach Verabschiedung wird sie private und öffentliche Besitzer verpflichten, geraubte Gegenstände – darunter menschliche Überreste und Kulturgüter – zurückzugeben. Zudem hat sich die Regierung verpflichtet, in den kommenden Jahren eine Gedenkstätte für koloniale Verbrechen zu errichten.
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